Wie und warum zitieren Gerichte? Zitate und Verweise in Urteilen des BVerfG und des Supreme Court of Canada

In ihren Urteilen zitieren Gerichte ausgiebig unterschiedlichste Quellen; das können eigene vorherige Entscheidungen sein, fallspezifische Fachliteratur, aber auch literarische Texte. Ersteres mag wenig überraschen, denn die Berücksichtigung eigener Urteile sichert und demonstriert rechtsdogmatische Kohärenz. Letzteres wiederum wirft Fragen nach der Funktion von Zitaten in Urteilen auf: Zu welchen Zwecken berufen sich Gerichte auf Quellen, die keinerlei rechtliche Autorität für die Entscheidungsfindung aufweisen? Wie überhaupt lässt sich die Zitierpraxis in gerichtlichen Urteilen empirisch erfassen und auswerten? Und nicht zuletzt: Gibt es aus...

Juristische Netzwerkdaten für Einsteiger

Abb. 1: Die Gliederungsstruktur des BGB als kreisrunde Baumstruktur (Dendrogramm) mit gebogenen Kanten. DOI: 10.5281/zenodo.5468668 Juristische Netzwerkforschung in Deutschland Die empirische Erforschung von juristischen Netzwerken hat in den letzten Jahren in Deutschland viel Aufwind erhalten, nicht zuletzt durch die Grundlagenarbeiten von Corinna Coupette und Kolleg:innen zu juristischen Netzwerken in Gesetzen, Verordnungen und Gerichtsentscheidungen (Coupette 2019; Coupette/Fleckner 2019; Katz et al. 2020; Coupette et al. 2021). Andere Autor:innen haben sich in jüngerer Zeit ebenfalls mit der statistischen Analyse von Netzwerken in BVerfG-Entscheidungen (Ighreiz et al. 2021) und in Bundesgesetzen (Gumpp/Schneider 2021) auseinandergesetzt. Was...

Rechtspolitik aus der Maschine Interaktive Visualisierungen des Netzwerks deutscher Bundesgesetze

Neue Impulse für die Politik und neue Gesetze können aus vielen Bereichen kommen; nicht zuletzt die Ökonomie wird gerne als „most politically influential social science“ bezeichnet. Die Rechtspolitik nimmt freilich einen spezifisch juristischen Blickwinkel ein, der durchaus interdisziplinär informiert sein kann, doch stets zumindest auch eine juristische Perspektive zu beinhalten hat, insbesondere eine solche, die aus der Kritik des geltenden Rechts erwächst. Inwiefern dann „Rechtspolitik aus der Maschine“? In unserem in der Zeitschrift für Digitalisierung und Recht erschienenen Beitrag, der unlängst auf diesem Blog besprochen wurde, versuchen...

Über den wissenschaftstheoretischen Status von Rechtswissenschaft, Physik und Informatik – Replik auf D. Berisha Online-Symposium »Empirische Wende«

Vor zehn Jahren veröffentlichte Niels Petersen einen Beitrag zur Frage, ob die Rechtswissenschaft eine »empirische Wende« brauche. Der Text provozierte vielfältige Reaktionen, darunter eine scharf formulierte Replik von Ino Augsberg gegen den »neuerdings erhobenen empiristischen Ton in der Rechtswissenschaft«. Zehn Jahre später greift ein R|E Online-Symposium die Debatte noch einmal auf: Sind wir heute klüger? Haben die Zeitläufte einer Seite Recht gegeben? Oder war es am Ende ein Streit, der sich an Begrifflichkeiten entzündete, gar ein Missverständnis? Die Initiatoren der Debatte und weitere...

Empirische Wenden und die Abgeschlossenheit des Rechtssystems Online-Symposium »Empirische Wende«

Vor zehn Jahren veröffentlichte Niels Petersen einen Beitrag zur Frage, ob die Rechtswissenschaft eine »empirische Wende« brauche. Der Text provozierte vielfältige Reaktionen, darunter eine scharf formulierte Replik von Ino Augsberg gegen den »neuerdings erhobenen empiristischen Ton in der Rechtswissenschaft«. Zehn Jahre später greift ein R|E Online-Symposium die Debatte noch einmal auf: Sind wir heute klüger? Haben die Zeitläufte einer Seite Recht gegeben? Oder war es am Ende ein Streit, der sich an Begrifflichkeiten entzündete, gar ein Missverständnis? Die Initiatoren der Debatte und weitere Autoren beziehen zu diesen Fragen Stellung....

Lex naturae et lex humana Online-Symposium »Empirische Wende«

Vor zehn Jahren veröffentlichte Niels Petersen einen Beitrag zur Frage, ob die Rechtswissenschaft eine »empirische Wende« brauche. Der Text provozierte vielfältige Reaktionen, darunter eine scharf formulierte Replik von Ino Augsberg gegen den »neuerdings erhobenen empiristischen Ton in der Rechtswissenschaft«. Zehn Jahre später greift ein R|E Online-Symposium die Debatte noch einmal auf: Sind wir heute klüger? Haben die Zeitläufte einer Seite Recht gegeben? Oder war es am Ende ein Streit, der sich an Begrifflichkeiten entzündete, gar ein Missverständnis? Die Initiatoren der Debatte und weitere Autoren beziehen zu diesen Fragen Stellung. (Red.) Als angehende Juristin...