Wie viele Veranstaltungen machen ein Feld?Gedanken zur Institutionalisierung der sozio-juridischen Forschung in Deutschland anlässlich des Workshops ‚Ethnography and Law' in Hamburg
Es gibt ein wohlbekanntes und jüngst sehr gut dokumentiertes Paradox in der deutschen sozio-juridischen Forschung: Das Land, das der Welt Max Weber, Eugen Ehrlich und Niklas Luhmann geschenkt hat, hat es nicht vermocht, das Feld zu institutionalisieren, das diese Autoren mitbegründet haben. Es gibt keinen einzigen Lehrstuhl für Rechtssoziologie in soziologischen Instituten; an den juristischen Fakultäten figuriert die Disziplin auf dem Papier als Grundlagenfach und in der Praxis als Fußnote; es existieren keine eigenen Graduiertenprogramme, und eine akademische Karriere auf empirische Rechtsforschung zu bauen, bleibt bestenfalls ein riskantes Unterfangen (Boulanger, Creutzfeldt...
