Brennstoff für die Rechtsempirie Veranstaltungen am "FUELS" Berlin

Am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin blickt das "Empirical Legal Studies Center" inzwischen auf eine Reihe hochkarätiger Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen zurück. Damit verfolgt es den schon im Akronym FUELS mitschwingenden Anspruch, die empirische Rechtsforschung in Deutschland zu befeuern - und international zu vernetzen. Seit dem 3. Dezember 2019 wurden 23 "Past Events" auf der FUELS-Website dokumentiert, darunter auch die vom FUELS ausgerichtete 18. Jahrestagung der German Law and Economics Association (GLEA), sowie Gastvorträge von deutschen Rechtswissenschaftler:innen im Ausland (bspw. Holger Spamann, Julian Nyarko und Jens...

Court Decisions: 99 % Uncharted Deep Sea? Mapping the Blind Spot of Digital Legal Studies over Half a Century (1971-2019)

Legal research increasingly turns to systematic analyses of large amounts of legal text. Current research programs such as Big Data Legal Scholarship, Evidence-Based Jurisprudence, Law & Corpus Linguistics, Computer-Assisted Legal Linguistics, and Law as Data all rely (one way or another) on digitizing or collecting, collectively analysing and quantifying features of text corpora from various genres. First and foremost among these genres are court decisions, due to both their normative force (either stare decisis, or de facto) and their easy and legally unconstrained useability: Court decisions are in the public domain pretty much...

Die Kodifikationsidee im Computermodell Maschinelles Lernen und Topic Modelling als rechtspolitische Orientierungshilfe?

Wie entdeckt man die Leitideen eines neu zu kodifizierenden Rechtsgebiets? Indem man zunächst diejenigen Gesetze ausmacht, die von ähnlichen Themen handeln und sodann ihre normativen Regelungsprogramme vergleicht. Beim ersten Schritt, so behaupten nun der R|E-Autor Tobias Gumpp und sein Mitstreiter Marc Pierre Schneider, können uns computergestütze Methoden helfen. Für eine empirische Studie in der neuen "Zeitschrift für Digitalisierung und Recht" (ZfDR) wendeten Gumpp und Schneider einen Algorithmus des maschinellen Lernens auf alle deutschen Bundesgesetze an. Die Studie ist vorbildlich dokumentiert, Daten und Quellcode öffentlich...

Berkeley 12 – 0 Stanford International Pedigrees of Private Law Professors in Germany

The European Football Championship of 2021 is afoot. Many people flock to watch the games - especially today, as the German team competes against Hungary, just hours after German chancellor Merkel publically decried a discriminatory Hungarian law. On days like these, it is hard to know whether politics or football take center-stage. But there's yet another fascinating game that I happened to observe recently: In a paper that got published a few days ago in the German law journal Archiv für die civilistische Praxis ("Archive of Civil Law Studies"), I studied the world of German professors of private law and undertook "An Empirical Inquiry into their...

Online-Symposium »Empirische Wende«

Vor zehn Jahren veröffentlichte Niels Petersen in der Zeitschrift für Staatslehre und Verfassungsgeschichte, deutsches und europäisches öffentliches Recht (Der Staat) einen Beitrag zur Frage, ob die Rechtswissenschaft eine »empirische Wende« brauche. Der Text provozierte vielfältige Reaktionen, und Ino Augsberg veröffentlichte in derselben Zeitschrift eine scharf formulierte Replik gegen den »neuerdings erhobenen empiristischen Ton in der Rechtswissenschaft«. Zehn Jahre später wollen wir die Diskussion in diesem R|E Online-Symposium noch einmal aufgreifen: Sind wir heute klüger? Haben die Zeitläufte einer Seite Recht gegeben? Oder war es am Ende ein Streit, der sich an Begrifflichkeiten entzündete, gar ein Missverständnis? In unserem Symposium...

Juristische Korrespondenzexperimente Eine Methode für den empirischen Zugang zum Antidiskriminierungsrecht

Nach § 2 Abs. 1 in Verbindung mit § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sind in weiten Teilen des Privatrechtsverkehrs Benachteiligungen "aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität" unzulässig. Über die rechtspolitische Rechtfertigung dieses Verbots und seine praktische Ausformung wurde bereits viel geschrieben. Wie aber lässt sich strukturelle Diskriminierung überhaupt nachweisen? Eine in den Sozialwissenschaften etablierte Vorgehensweise ist die sog. Korrespondenzstudie. Das bedeutet, dass eine...